Samstag, 5. Juli 2008

Traumgeschwader

Mein Gott, was für eine Nacht.
Schlaf sollte doch erholsam sein, aber ich fühl mich wie gerädert und mir tut alles weh.
Und ich träumte ziemlich viel und ziemlich wirr. An alles kann ich mich nicht erinnern, vielmehr sind es Bildfetzen, die mir noch im Kopf herum spuken, aber lustigerweise haben sie alle nichts miteinander zu tun.

Da war mein Bruder, der am Steuer saß und mich zu einer Apotheke fuhr. Ganz schnell, weil es so wichtig war. Es war dunkel. Die Apotheke war nicht da, wo ich sie vermutete sondern mitten in der Stadt. Das war nicht gut, weil ich mich doch nackt wiegen wollte.

Da war eine Jugendherberge, die irgendwie auch ein Krankenhaus war. Irgendwen mussten wir dringend dort wegschaffen und ich vergaß meinen schwarzen Rucksack irgendwo an einer Fischbude, die mittlerweile wohl dabei war zu schließen. Jugendherberge wurde zum Freizeitpark und einer der Leute um mich rum meinte, wenn jemand den Rucksack abgegeben hätte, hätte man das doch durchgesagt...
Ich traf auf meine Abschlussklasse aus der Schule, aber niemand wollte was von mir wissen. Selbst meine Freunde von früher ignorierten mich.
Ich ging zurück und suchte meinen Rucksack. Er war nicht bei der Fischbude sondern in einem kleinen Raum, in den drei Kinder saßen, die ihre Hausaufgaben machten.
Kleine freche Hitzköpfe. Durst hatten sie und ich goss ihnen Orangenlimonade ein aus einer Flasche, in der mindestens 6 Liter waren.

Mein Bruder und ich in dem Freizeitpark. Wir gingen durch irgendein Holzgebäude der Post und ich wusste plötzlich, dass ich von diesem Ort vor kurzem schon einmal geträumt hatte. Rechts um die Ecke und dann bergauf gehen, dort waren kleine Wagen einer Wasserbahn. Wollte man damit fahren, kostete das 50 Cent, die man in einen Automaten schmeißen musste. Ich dachte, ich hätte kein Kleingeld und irgendwie schon uns was Unsichtbares einfach weiter. Hinter uns tauchte ein Wärter auf, dem ich zu erklären versuchte, dass wir nicht bezahlt hatten. Wir könnten ja dann jetzt bezahlen, meinte er. Und siehe da, plötzlich war lauter Kleingeld in meiner Hosentasche.
Wir stiegen in den nächsten Wagen. Sicherheitsbügel gab es dort wie schon in dem Traum zuvor nicht. Bzw. gab es schon, aber die musste man selber zu halten.
Ich warnte meinen Bruder, weil ich wusste, dass bald die Loopings, Schrauben und scharfen Kurven kämen, er solle sich so gut er kann festklammern, denn als ich das erste mal dort gefahren bin, wäre ich beinahe rausgefallen. (Das war damals ein Traum voller Panik)
Zu den gefährlichen Dingen kamen wir nicht mehr.

Ich war schon wieder woanders. Stationär in einer Klinik. Sollte wohl die in Münster gewesen sein, sah aber ganz anders aus. Der Raucherraum war hinter einer Glastür im Treppenhaus. Als ich dort eine rauchen wollte, war er schon sehr voll. Ich setze mich und zündete eine Zigarette an, als mein Blick durch die Glastür fiel.
Im Treppenhaus standen drei Leute und rauchten. Drei Frauen. Zwei von ihnen kannte ich.
Ich stürzte nach draußen. Die eine war Gabi (nicht das Gäbsch'n sondern die andere), die andere war Anke, die die Haare etwas anders hatte. Ich fiel ihnen um den Hals. Zuerst Gabi, dann Anke, über die ich mich am meisten freute. Es schien Anke gut zu gehen und ich war so froh. Erinnerte ich mich doch an das (reale) Telefonat, was wir im März am Abend ihrer Entlassung führten. Himmel, war das heftig. Da hatte ich Tage dran zu knabbern und wenn ich heute dran denke, schauerts mich immer noch...
Naja, aber es ging ihr jetzt gut!
Zwei Mädels und ein junger Mann liefen an uns vorbei, durch eine Tür in einen anderen Teil des Treppenhauses. Arroganz pur. Ich kannte sie auch irgendwo her, wusste aber nicht mehr genaues zuzuordnen. Jedenfalls zündeten auch sie sich eine Zigarette an. Problem: Dort durfte man nicht rauchen. Besorgt, dass man dort bald nirgends mehr rauchen dürfte, beschlossen wir zu gehen. Gabi drücken, Anke drücken - und dann fiel mir auf, dass ich doch gar keine Patientin mehr war und ich doch mit gehen konnte...

Das war nur ein Teil meiner Nacht. Während ich schrieb, blitzten noch immer wieder weitere Erinnerungsfetzen auf.
Ich fühl mich völlig erschlagen...

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Sadiie - 6. Jul, 01:07

Und was für ein Tag...!
Viel verschlafen, viel Geburtstag der Verwandtschaft (nach 2 Stunden hab ichs nicht mehr ausgehalten), viele falsche Dinge, viele Sorgen um lieben Menschen, viel Heulerei und viel eigenes Bäh.
Tage, die die Welt nicht braucht. Da ist sämtliche Hoffnung auf einmal nicht mehr da. Und das sind die Tage, die Überleben auf große Probe stellen. Sind es viele hintereinander, ist die Probe noch viel härter.
Wie hart, das weiß man vorher nie. Man weiß nicht, wann sie beginnt und man weiß nicht, wann sie endet.
Man weiß nur, dass es zwei Möglichkeiten gibt. Bestehen oder untergehen.
Zwei Halbzeiten sind vorbei.
Ab jetzt läuft Endlosspiel. Ich schaue mir die anderen an und weiß bescheid...

Sadiie - 6. Jul, 15:21

Und was für eine Nacht noch mal hinterher... Geplagt von Schlaflosigkiet, die in viel zu vielen Gedanken endete über Hunz und Kunz und Franz und Gott und die Welt. Und dann liefen die Tränchen und hörten stundenlang gar nicht mehr auf zu fließen. Zigarettchen und noch eins und noch eins und heute kratzt mein Hals, weil heulen und Zigarettchen nicht zusammen passen.
Kinderhörspiele rausgesucht, gehört, Ende und irgendwann um halb vier dann doch mal geschlafen.
Scheint ne härtere Probe zu werden.
Jetzt aber, trotz allem, Festival!!!

Sadiie

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