Poetische Ergüsse

Dienstag, 22. April 2008

...

Es kann auch anders sein...
Da liegst du am Boden und rührst dich nicht
Versteckst deine Tränen, verbirgst dein Gesicht
Hast hart gekämpft, doch scheinst verloren
Du fühlst dich tot – wie nie geboren

Tief in dir spürst du, dass etwas fehlt
In dir pocht ein Sehnen, das ohne Unterlass quält
Es frisst sich tief in dich hinein –
Das Wissen „Es kann auch anders sein“

Denn manchmal leise und ganz still
Ist da plötzlich jemand, der was Gutes dir will
Du denkst, du hast es endlich gefunden
Genießt die hellen und glücklichen Stunden

Doch irgendwann – glaubst du – verändert es sich
Du weißt nicht, warum und du verstehst es nicht
Unbedachte Worte verletzen dich sehr
Ehrlich gemeinte oft noch viel mehr

Blind vor panischer Angst vor dem Ende
Nimmst du eben dieses selbst in die Hände
Schlägst wild um dich und Stück für Stück
Zerfällt es in Trümmer, dein kostbares Glück

Du weißt, es ist falsch, doch du kannst es nicht lassen
Die, die du liebst, versuchst du krampfhaft zu hassen
Sie sollen gehen… sie sollen bleiben
Du kannst dich einfach nicht entscheiden

Und wenn sie endlich dann verschwinden
Gibst du alles dafür, sie wieder zu finden
Du rufst ihren Namen und kriechst hinterher
Doch meist ist es zu spät, du findest sie nicht mehr

Du hast sie vertrieben und zutiefst verflucht
Zu Recht haben sie das Weite gesucht
Es war so gewollt, doch du hasst dich dafür
Wünscht dir so sehr, sie wären noch hier

Denn dann, wenn du es am wenigsten verdienst
Brauchst du es, dass man dich am meisten liebt

Du kauerst am Boden und machst dich ganz klein
Und weinst ganz leise in dich hinein
Verzweifelt wie ein kleines Kind
Bis keine Tränen mehr in dir sind

Und du hebst den Kopf und bemerkst erst dann
Etwas, was doch gar nicht sein kann:
Einige kamen tatsächlich zurück
… Nicht dein Verdienst – pures Glück

Trotz allem stehen sie noch immer zu dir
Nimm es an und sei dankbar dafür!
Fang endlich zu vertrauen an, denn…

Wenn nicht ihnen… wem denn dann?

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Ein Versuch mich zu erklären...

Samstag, 12. Januar 2008

Dann erst kann all das enden

Ein kleiner Vogel sollte dir
Eine Nachricht von mir bringen
Er kam nicht mehr zurück zu mir
Du darfst ihn nicht zum Bleiben zwingen

Die Zeit mir bald die Hoffnung nahm
Denn schnell vergingen Tag um Tag
Und weil das Vöglein nicht mehr kam
Schickte ich ein zweites nach

Ich weiß, es hat den Weg gefunden
Bitte Vogel, bring mir Glück
Doch auch dieser blieb verschwunden
Und er kam nicht mehr zurück

Den dritten, vierten, fünften, sechsten
Schickte ich ihm hinterher
Das sind noch lange nicht die letzten
Denn ich habe noch viel mehr

Viele Vögel, kaum zu zählen
Kann und werd ich dir noch senden
Und wenn du aufhörst mich zu quälen
Dann endlich erst kann all das enden

11. Februar '05

Abschied zweier Schwestern

Auf gewundenen Pfaden durch Sonne und Regen
Laufen wir unermüdlich der Stelle entgegen
An die wir doch hoffen niemals zu kommen
Denn da wird die eine der andren genommen

Wo aus einem Weg dort zwei entspringen
Und uns Schwestern nun zum Abschied zwingen
Denn trotz aller Feude am gemeinsamen Spiel
Verfolgt jede von uns doch ein anderes Ziel

Du willst weit reisen, hinaus in die Ferne
Ich geh lieber im Kreis, hier bin ich gerne
So nimmt die Reise seinen traurigen Lauf
Denn keine von uns gibt für die andere auf

Was die Wahl uns bringt, wie können wir's wissen?
Nur eines ist sicher, wir werden uns vermissen
Die Wege sind gewählt, die Zeit ist nun da
Wo zum letzten Male wir zwei uns sind nah

Eine Umarmung, ein Schluchzen, ein Händedrücken
Und wir kehren uns mit tränenden Augen den Rücken
Setzen zögernd einen vor den andren Fuß
Weil wir beide wissen, dass es sein muss

Doch nach kurzenr Zeit schon bleibe ich stehn
Und drehe mich um, um dir nach zu sehen
Ich wünschte, du könntest meine Blicke spüren
Denn mein Rufen ist stumm, du kannst es nicht hören

Und da wendest du dich um und lächelst noch mal
Ein trauriges Lächeln voll Schmerzen und Qual
Und ich lächel zurück, mit winkender Hand
Halb traurig halb glücklich, dass ich dich einst fand

Oktober '07

Sadiie

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