Ewigwart
"Die Tage ziehen vorüber wie Wolken. Vielleicht reisen sie in einen anderen Himmel oder verschwinden ganz. Auf jeden Fall verlassen sie deinen Himmel. Für immer.
Ich habe entdeckt, dass jeder Tag anders ist, als der zuvor, selbst wenn man die gleichen Dinge tut, ist doch alles anders. Nur ich verändere mich nicht, außer dass ich etwas anderes anziehe. In meinem Kopf sind noch die gleichen Gedanken wie in den Tagen zuvor, nur werden sie immer unordentlicher, winzige und riesige fliegen durcheinander, wie in der Waschmaschine. Aber anstatt sauberer raus zu kommen, werden sie noch unordentlicher. Aus dem Kragen eines blauen T-Shirts ragt ein grüner Ärmel... ein guter Gedanke ragt aus einem bösen hervor.
Der Mann im Tabakladen sagt, dass die Zukunft in einem Glas Braulio liegt, das muss wohl ein Wein sein. Mama sagt, dass sie nicht darüber nachdenkt. Ugo sagt, wenn man an die Zukunft denkt, lebt man in der Gegenwart nicht gut. Er sagt, das ist als wenn man einen Apfel isst, wenn man ein Stück Torte vor sich stehen hat... man schmeckt den Apfel nicht mehr, weil man schon an die Torte denkt. Er sagt, dass die Zukunft irgendwann Gegenwart wird. Und deshalb lebt man dann gar nicht, außer in seinen Gedanken.
Von mir aus kann jeder leben, wo er will, auch in seinen Gedanken. Meine Welt ist unter der Treppe, mit Franco. Aber ich weiß nicht, ob das Zukunft, Gegenwart oder Vergangenheit ist. Ich weiß nur, dass es mir gefällt.
Ugo sagt, dass es Leute gibt, die nur in der Vergangenheit leben und leiden, weil sie immer nur an das denken, was sie schon getan haben oder hätten tun müssen, aber nicht getan haben, weil sie zu ängstlich waren. Nur in der Vergangenheit oder der Zukunft leben ist wie Totsein. Und wein ich nicht wie tot sein will, will ich auch nicht mehr daran denken, wie es mit Franco unter der Treppe war und wann ich wieder dort mit ihm sitzen kann. Ich will in einer anderen Zeit leben, genau zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Ich nenne sie Ewigwart.
Ewigwart...
Ewigwart...
(aus "Olga" von Chiara Zocchi)
Ich habe entdeckt, dass jeder Tag anders ist, als der zuvor, selbst wenn man die gleichen Dinge tut, ist doch alles anders. Nur ich verändere mich nicht, außer dass ich etwas anderes anziehe. In meinem Kopf sind noch die gleichen Gedanken wie in den Tagen zuvor, nur werden sie immer unordentlicher, winzige und riesige fliegen durcheinander, wie in der Waschmaschine. Aber anstatt sauberer raus zu kommen, werden sie noch unordentlicher. Aus dem Kragen eines blauen T-Shirts ragt ein grüner Ärmel... ein guter Gedanke ragt aus einem bösen hervor.
Der Mann im Tabakladen sagt, dass die Zukunft in einem Glas Braulio liegt, das muss wohl ein Wein sein. Mama sagt, dass sie nicht darüber nachdenkt. Ugo sagt, wenn man an die Zukunft denkt, lebt man in der Gegenwart nicht gut. Er sagt, das ist als wenn man einen Apfel isst, wenn man ein Stück Torte vor sich stehen hat... man schmeckt den Apfel nicht mehr, weil man schon an die Torte denkt. Er sagt, dass die Zukunft irgendwann Gegenwart wird. Und deshalb lebt man dann gar nicht, außer in seinen Gedanken.
Von mir aus kann jeder leben, wo er will, auch in seinen Gedanken. Meine Welt ist unter der Treppe, mit Franco. Aber ich weiß nicht, ob das Zukunft, Gegenwart oder Vergangenheit ist. Ich weiß nur, dass es mir gefällt.
Ugo sagt, dass es Leute gibt, die nur in der Vergangenheit leben und leiden, weil sie immer nur an das denken, was sie schon getan haben oder hätten tun müssen, aber nicht getan haben, weil sie zu ängstlich waren. Nur in der Vergangenheit oder der Zukunft leben ist wie Totsein. Und wein ich nicht wie tot sein will, will ich auch nicht mehr daran denken, wie es mit Franco unter der Treppe war und wann ich wieder dort mit ihm sitzen kann. Ich will in einer anderen Zeit leben, genau zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Ich nenne sie Ewigwart.
Ewigwart...
Ewigwart...
(aus "Olga" von Chiara Zocchi)
Sadiie - 24. Aug, 15:05
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