Mittwoch, 24. August 2011

Nichts ist nur Mist... selbst das nicht...

Manchmal kommt man an den Punkt, an dem man feststellt, dass alles, an das man glaubte, gar nicht richtig war.
In den letzten Wochen ist sehr viel passiert.

In den letzten 4 Wochen habe ich gelernt, dass man sich auch nach 3 Jahren guter Freundschaft immer noch erschrecken kann, wenn jemand sein wahres Gesicht zeigt.

Wir sind heimlich gefilmt und abgehört worden, sind auf einen inszenierten Suizidversuch reingefallen und in die Pampa gelockt worden, sind bestalkt worden, berdroht, belästigt, gehackt und noch vieles mehr.
Wir waren bei der Polizei und bei Anwälten, wegen einem Menschen, dem wir bedingungslos vertraut haben. Trotz all der Straftaten, die er sich in weniger als einer Woche geleistet hat, konnten wir keine einstweilige Verfügung erwirken.

Wir sind paranoid, schrecken bei jedem vorbeifahrenden Roller, unangemeldetem Türklingeln, lauten Geräuschen und vielem mehr zusammen, trauen uns kaum raus, ohne links und rechts die Lage zu checken, wissen nicht, wem man nu noch vertrauen kann oder wer Feind ist und mit unter der anderen Decke steckt, schlafen schlecht oder gar nicht und haben zig Kilos verloren.

Wir mussten die Kinder in Sicherheit bringen, woanders unterschlüpfen, Telefonstecker ziehen, alle Passwörter ändern, meinen Hund im Auge behalten, damit man ihm nichts antut, aber wir haben alles gemeistert und sind mehr denn je zusammengewachsen.

Viel Spreu trennte sich vom Weizen und tut es noch. Vom einst großem Weizenfeld ist nicht mehr viel übrig. Wir sind nur noch ne Handvoll Halme.

Wir sind Weizen. Alle anderen sind potenzielle Gefahren.

Was bedeutet das für mich?

Mein Weltbild ist erschüttert. Auch nach Jahren kann man sich also nicht sicher sein, ob ein Freund wirklich ein solcher ist.
Sowieso vermutete ich schon immer überall Kameras... und nun fand ich sogar eine samt Diktiergerät. Nicht wirklich hilfreich...

Das Geschehene zieht weitere Kreise, als ich mir zu jenem Zeitpunkt eingestehen wollte. Sogar in meiner eigenen Wohnung, in der ich mittlerweile wieder bin, kommt mir immer wieder mal der Gedanke an installierte Kameras. Roller lassen mich auch hier, 80 km weit weg, noch hochschrecken, weil man diesem Menschen auch zutrauen kann, dass er hier irgendwann auf der Matte steht.

Ich will nur eine Handvoll Menschen sehen oder hören. Der Rest der Welt kann mir gerade gestohlen bleiben. Too much das alles im Moment.

Ich stelle sämtliche Freundschaften in Frage - nicht selten zu Unrecht.
Es gibt nicht einen einzigen menschlichen Abgrund mehr, den ich für unmöglich halte.

Und dennoch, obwohl ich im Moment das Gefühl habe, nicht zu wissen, wo oben und unten und rechts und links ist und mich alles gerade ziemlich überfordert, habe ich noch mehr erfahren.

Ich habe gelernt, was Zusammenhalt ist und was alles möglich ist, wenn es ihn gibt. Eine ohnehin schon sehr liebe Freundin und ich sind in dieser schlimmen Zeit mehr denn je zusammengewachsen.
Weiter habe ich erkannt, welch gigantisches Stück Weg ich in meiner Entwicklung schon zurück gelegt habe und wie und wer ich längst nicht mehr bin.
Und: Ich habe gesehen, wie leben geht. Und sobald ich wieder bewegungsfähig bin, probier ich all das aus. Die Vorbereitungen laufen.

Ich bin sooooo gespannt auf Neues :)

Sadiie

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