Schließe deine Augen, ich male dir ein Bild...
Liebe Anuschka,
der letzte Schritt ist getan. Ich habe beschlossen, dir und mir die Freiheit zurück zu geben. Mein Angebot steht, die Entscheidung liegt bei dir. Angebot... naja, der größte Teil ist reiner Selbstschutz.
Bitte schließe deine Augen, ich male dir ein Bild. Ein Bild für dich und mich. Über dich und mich. Unser Bild.
Wenn deine Augen geschlossen sind, stelle dir einen schwarzen, scheinbar endlos weiten Raum vor. Du siehst nicht Anfang und nicht Ende. Beides scheint es nicht zu geben.
Links unten in deinem Blickfeld, siehst du ein rotes Gebilde, wie du es noch nirgends gesehen hast. Du weißt nicht, was es ist und du kannst es nicht benennen.
Die Oberfläche dieses Gebildes hat eine ganz besondere Stuktur. Zuerst scheint sie dir sehr durcheinander, dann erkennst du aber, dass sie doch eine gewisse Ordnung erkennen lässt. Schau die Struktur noch genauer an. Du wirst nach einiger Zeit bemerken, dass das Hauptmerkmal der Oberfläche ein scheinbares Fragezeichen ist, dass zwischen unendlichen Schnörkeln gut getarnt ist, obwohl es durch diese eigentlich noch offensichtlicher sein müsste.
Ein kleiner Teil des Gebildes zieht sich in diagonale Richtung deines Blickfeldes durch das Bild. Immer dünner jedoch wird dieser Teil schon nach einem kurzen Stück, bis er plötzlich ganz aufhört.
Ein kleines Stück weiter siehst du ein wehendes weißes Taschentuch, obwohl dort gar kein Lufthauch sein kann. Es ist ein wenig zerknüllt und eine Spitze ragt beinahe aufrecht stehend schräg nach rechts, dorthin, wo scheinbar auch das rote Gebilde hinlangen wollte.
Lass deine Augen weiter in diese Richtung wandern.
Ganz weit rechts und ganz weit oben siehst du etwas kleines leuchten und blinken. Es blinkt in einem Blautürkis still vor sich hin.
Du wirst dich fragen, was es ist. Du musst deine Augen zusammenkneifen, um es genau zu erkennen. Sehr konzentriert blickst du in diese Richtung und nach kurzer Zeit wirst du es erkennen: Ein winzig kleiner, weit entfernter Stern blinkt dort einsam vor sich hin.
Er ist nicht wie die anderen Sterne, die wir kennen, denn es gibt nur diesen einzigen blautürkisen Stern in diesem Raum.
Er blinkt und blinkt und blinkt.
Du siehst dem ganzen Geschehen zu und dich überkommt eine tiefe Traurigkeit und dein Herz ertrinkt in Melancholie.
Liebe Anna, dies ist unser Bild.
Du kannst die Augen nun wieder öffnen. Die Deutung überlasse ich dir. Ich bin der Macher dieses Bildes, ich weiß, was es ohne einen Laut in die Stille schreit. Du musst nachdenken, wenn du das ebenfalls wissen willst, ich werde es dir nicht sagen.
Du wirst es nicht mehr vergessen, wenn du das nicht willst. Jederzeit kannst du es zurückholen. Du musst nur deine Augen schließen und dich erinnern.
Dich lieb noch immer
deine Jenny-Jen
der letzte Schritt ist getan. Ich habe beschlossen, dir und mir die Freiheit zurück zu geben. Mein Angebot steht, die Entscheidung liegt bei dir. Angebot... naja, der größte Teil ist reiner Selbstschutz.
Bitte schließe deine Augen, ich male dir ein Bild. Ein Bild für dich und mich. Über dich und mich. Unser Bild.
Wenn deine Augen geschlossen sind, stelle dir einen schwarzen, scheinbar endlos weiten Raum vor. Du siehst nicht Anfang und nicht Ende. Beides scheint es nicht zu geben.
Links unten in deinem Blickfeld, siehst du ein rotes Gebilde, wie du es noch nirgends gesehen hast. Du weißt nicht, was es ist und du kannst es nicht benennen.
Die Oberfläche dieses Gebildes hat eine ganz besondere Stuktur. Zuerst scheint sie dir sehr durcheinander, dann erkennst du aber, dass sie doch eine gewisse Ordnung erkennen lässt. Schau die Struktur noch genauer an. Du wirst nach einiger Zeit bemerken, dass das Hauptmerkmal der Oberfläche ein scheinbares Fragezeichen ist, dass zwischen unendlichen Schnörkeln gut getarnt ist, obwohl es durch diese eigentlich noch offensichtlicher sein müsste.
Ein kleiner Teil des Gebildes zieht sich in diagonale Richtung deines Blickfeldes durch das Bild. Immer dünner jedoch wird dieser Teil schon nach einem kurzen Stück, bis er plötzlich ganz aufhört.
Ein kleines Stück weiter siehst du ein wehendes weißes Taschentuch, obwohl dort gar kein Lufthauch sein kann. Es ist ein wenig zerknüllt und eine Spitze ragt beinahe aufrecht stehend schräg nach rechts, dorthin, wo scheinbar auch das rote Gebilde hinlangen wollte.
Lass deine Augen weiter in diese Richtung wandern.
Ganz weit rechts und ganz weit oben siehst du etwas kleines leuchten und blinken. Es blinkt in einem Blautürkis still vor sich hin.
Du wirst dich fragen, was es ist. Du musst deine Augen zusammenkneifen, um es genau zu erkennen. Sehr konzentriert blickst du in diese Richtung und nach kurzer Zeit wirst du es erkennen: Ein winzig kleiner, weit entfernter Stern blinkt dort einsam vor sich hin.
Er ist nicht wie die anderen Sterne, die wir kennen, denn es gibt nur diesen einzigen blautürkisen Stern in diesem Raum.
Er blinkt und blinkt und blinkt.
Du siehst dem ganzen Geschehen zu und dich überkommt eine tiefe Traurigkeit und dein Herz ertrinkt in Melancholie.
Liebe Anna, dies ist unser Bild.
Du kannst die Augen nun wieder öffnen. Die Deutung überlasse ich dir. Ich bin der Macher dieses Bildes, ich weiß, was es ohne einen Laut in die Stille schreit. Du musst nachdenken, wenn du das ebenfalls wissen willst, ich werde es dir nicht sagen.
Du wirst es nicht mehr vergessen, wenn du das nicht willst. Jederzeit kannst du es zurückholen. Du musst nur deine Augen schließen und dich erinnern.
Dich lieb noch immer
deine Jenny-Jen
Sadiie - 15. Dez, 01:43
3 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Sadiie - 15. Dez, 17:00
Liebe Anuschka,
mein kleiner Bruder fragt ständig nach dir, wie es dir geht, wann du mal wieder kommst, wann ich mal wieder für ein, zwei Wochen zu dir fahre... und jedesmal versuche ich, mich irgendwie so rauszureden, dass ihm nichts auffällt. Abe er ist ja nicht blöd, ich bin mir sicher, dass er schon ahnt, das zwischen uns irgendwas vorgefallen ist.
Trotz allem graut es mir vor dem Tag, an dem ich ihm sagen muss, dass er dich nie wieder sehen wird, weil du Vergangenheit sein musst, aufgrund "unüberbrückbarer Differenzen".
Es schien so perfekt und so vollkommen, aber all der Glanz schien nur denn Sinn und Zweck gehabt zu haben, uns so sehr zu blenden, dass wir nicht erkennen, wie unstabil das alles eigentlich war.
Ich hab dich lieb
Jenny
mein kleiner Bruder fragt ständig nach dir, wie es dir geht, wann du mal wieder kommst, wann ich mal wieder für ein, zwei Wochen zu dir fahre... und jedesmal versuche ich, mich irgendwie so rauszureden, dass ihm nichts auffällt. Abe er ist ja nicht blöd, ich bin mir sicher, dass er schon ahnt, das zwischen uns irgendwas vorgefallen ist.
Trotz allem graut es mir vor dem Tag, an dem ich ihm sagen muss, dass er dich nie wieder sehen wird, weil du Vergangenheit sein musst, aufgrund "unüberbrückbarer Differenzen".
Es schien so perfekt und so vollkommen, aber all der Glanz schien nur denn Sinn und Zweck gehabt zu haben, uns so sehr zu blenden, dass wir nicht erkennen, wie unstabil das alles eigentlich war.
Ich hab dich lieb
Jenny
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