Manchmal verändern sich die Begebenheiten und Gewohnheiten schneller, als man in der Lage ist, mitzugehen.
Die Kunst ist es dann trotzdem zu versuchen und zu schaffen.
Offen zu sein für das, was kommt. Zumachen bringt gar nichts. Man kann ja eh nichts dran ändern.
Ich habe große Angst, aber ich gebe mein Bestes, mitzuwachsen.
Feuchte Augen sind dabei hoffentlich trotzdem erlaubt.
Heute musste ich an Claudine denken. An Claudine und Schnucki und Fröschchen... und an das letzte Rauchopfer in der Klinik, weil Fröschchen plötzlich unterwegs war. Es war kein letztes Rauchopfer, aber es sollte eigentlich eines sein.
Ich weiß nicht, warum mich dieser Gedanke so überrannte - eine Schwangerschaft in der Münsterschen...
Ich dachte daran, dass ich Claudine lange nicht mehr gesehen oder gesprochen habe. Ich glaube, 2 Jahre nicht. Und ich dachte daran, ob ich nicht vielleicht einfach mal anrufen sollte, falls ich die Nummer habe, die es nach dem Umzug gab.
Meine Gedanken gingen weiter. Ich hörte die Stimme eines mir sehr lieb gewordenen Menschen in meinem Kopf.
Sie sagte "Vorwärts sehen. Lichtwärts gehen."
Fast nichts, was man mir mit auf den Weg gibt, geht spurlos an mir vorbei.
Aber das warf plötzlich auch Fragen auf.
Ist es denn falsch, wenn man manchmal zurücksieht? Wenn man sich erinnert und vielleicht etwas wieder aufleben lässt, was vorübergehend eingeschlafen war? So wie z.B. der Kontakt per IM mit L. heute?
Ich meine, woher weiß ich, wann etwas so sehr vergangen ist, dass es nicht mehr gut ist, zurückzublicken?
Und eine weitere Frage drängt sich dazwischen. Wenn ich die Sehnsucht himmelwärts schicke, tue ich das in der Hoffnung, dass sich da oben jemand oder etwas ihrer annimmt und vielleicht erfüllt? Oder tue ich das, weil sie wie ein Luftballon fortschweben soll und immer kleiner wird?
Ich denke nach; sehr viel nach. Und ich glaube, das sind seit einigen Tagen die konstruktivsten Gedanken, die mein Kopf in sich sich hatte.
Ich komme nur auf keinen grünen Zweig, finde nicht so recht die Antwort, die ich suche.
Vielleicht sollte ich noch einmal fragen... den Menschen, dem die Stimme gehört.
Nun wäre beinahe dieses riesen Glücksgefühl untergegangen, dass ich erleben durfte, bevor die Welt zusammenkrachte.
Ich halte es für erwähnenswert. Grade weil es nach allem heute noch mehr strahlt.
Und weil ich mich nicht vergessen lassen möchte, dass es da war.
Nach meinem Termin beim Amt, der auch schon nicht so dolle verlief, hab ich die Ponylady angerufen. Sie war schon am Stall. Gerade angekommen. "Spring in dein Auto, komm vorbei, lohnt sich noch..."
Und schon war ich unterwegs.
Mirabeau, frisch eingerenkt und so weiter, sollte heute das erste mal wieder die Ponylady ein Stück tragen.
Und so stiefelten wir los. Die Ponylady auf dem Flöhchen, eine Miteinstallerin mit Krone am Strick, zwei Hunde und ich.
Auf dem Rückweg saß die Ponylady ab. "Gib mir deine Tasche und rauf mit dir aufs Pferd!!" Und ich kam noch nicht mal dazu, "ja aber" zu sagen. Ich hatte keinen Zeit für Protest. Keine Zeit, daran zu denken, dass ich doch eigentlich immer noch Angst habe, wegen meinem Unfall damals.
Ehe ich mich versah, saß ich oben.
Die ersten Meter wusste ich gar nicht, wie mir geschah - und danach war ich einfach nur noch glücklich.
Guter Plan, mich einfach zu überrumpeln, liebe Ponylady. "Wenn ich damit schon vorher gekommen wäre, hättest du 1000 Gründe gefunden, nicht aufzusteigen, also kam mir eben die Idee, den Überraschungsmoment auszunutzen, so dass du gar keine Zeit hast, nachzudenken und zu protestieren..."
Ja, meistens lernt man in kaltem Wasser schneller und besser schwimmen...
Viel zu schnell erreichten wir den Hof, viel zu schnell stand ich wieder neben Floh, aber umso länger dauerte es, bis ich wieder ganz in der Welt war.
"Out of order" witzelten wir über mich, und "wenn die Ohren nicht im Weg wären, könnte ich im Kreis grinsen"
In diesem Moment hätte ich die Welt umarmen mögen. Alles war so gut, alles war so richtig. Dass eine Stunde später alles in sich zusammenfallen würde, wusste ich da noch nicht.
Liebe Ponylady, als ich 8 Jahre alt war, hast du mir deinen Injah geschenkt. Mein eigenes Pony. Unvorstellbar viel!
Und nachdem wir uns 17 Jahre nicht gesehen haben, haben du und Flöhchen mir heute noch viel mehr gegeben. Ein Stück meines alten Lebens...
Ich danke dir! Sehr!
Es gibt noch keine Worte, um das zu beschreiben, was in mir ist.
Ich bin so voll.
Ich bin so leer.
Irgendetwas frisst mich auf.
Irgendetwas liegt schwer auf mir und erdrückt mich.
Eigentlich hat mich das gestern Nacht schon erwischt. Ich war auf dem Heimweg und zuckelte die 224 entlang, da machte es *paaaaammms* und irgendwas hatte mir Beinchen gestellt, mich zu Fall gebracht und mir eins mit dem Hammer übergezogen.
Ich wusste gar nicht, wo das Problem liegt, bzw. ich wusste gar nicht, dass überhaupt irgendwo eines liegt. Tjoa, aber offentsichtlich lag da eins...
Getreu dem Motto "neuer Tag, neues Glück" beendete ich den alten Tag, um frisch und munter in den neuen zu starten. Naja, so war es zumindest gedacht.
Erstmal hab ich nämlich voll verschlafen und war alles, aber nicht munter und ausgeruht.
Was solls... neues Glück kann ja auch mal bissl verspätet auftauchen... dachte ich und startete wie gewohnt in den Tag.
Das Glück kam dann ja auch - aber ich glaube, das war defekt. Irgendwie hatte es einen Wackelkontakt, denn alle paar Stunden brach ich dann mal kurz heulend zusammen. Und dann plötzlich *pling* Glück wieder an. Und *pling* Glück wieder aus. Und an und aus...
Garantie ist leider nicht drauf. Was man hat, das hat man, so oder so.
So, nu stehe ich also vor einem riesigen Knäuel aus irgendwas undefinierbarem, dass da irgendwo im argen liegt und hab keine Ahnung, wo ich anfangen soll, zu sortieren.
Wie auch. Ich weiß ja nicht mal, woraus es besteht.
Ich bin schon soweit, dass ich weiß, dass es nicht ein großes Knäuel ist, sondern viele kleine, die sich lustig verknotet haben um mir einen Streich zu spielen.
Klar, man muss ja was zu tun haben. Nur Außenarbeit bringts nicht - Innenarbeit rulez.
Aber es gibt nichts, was sich nicht entknäueln lässt - und wenn ich das Ding mit einer Schere massakrieren muss.
Irgendwann heute hab ich innegehalten. Ich glaube, dass war nach meinem Besuch mit Brudi (welch Goldstück meiner Kleiner doch ist) bei McDonald's war. Oder währenddessen, als er unser Futter holte, aber das tut ja auch eigentlich nichts zur Sache. Jedenfalls hab ich mir da gedacht "bleib mal stehen, dreh dich mal um und siehe und staune". Und ich blieb stehen, drehte mich um und sah und staunte.
Eigentlich nämlich ganz einfach. Während ich noch vor einigen Jahren erst den Umgang mit Knäueln lernen musste und vor Schreck meist in Ohnmacht fiel, wenn eines auftauchte, habe ich heute doch ein bisschen mehr Ruhe dabei.
"Oh ein Knäuel - ja wo kommst du denn her? na was bist du denn für eineshm? Zeig mal. tjoa, Knäuel, ich und du, da sid wir nu, was fangen wir zwei Hübschen denn miteinander mal an? welche Überraschungen und Erkenntnisse hälst du denn für mich bereit, hm? Zeig doch mal, lass dich mal anschauen." Najaaa, diese Ruhe ist nicht die Regel, aber immer mal wieder lässt sie sich sehen.
Und im Grunde genommen ist es doch wirklichwirklichwirklich einfach. Ein Knäuel ist nicht nur schlimm und ein mittelschwerer Weltuntergang.
Man muss nur mal hinschauen. Wieviel man lernen kann, über sich, über die andren, über das Leben, über die Welt.
Ohne Fleiß kein Preis, hat meine Oma schon immer gesagt.
Das, was das Knäuel mir schon über mich gezeigt hat heute, hat noch keine Worte, die es beschreiben könnten. Aber im abstrakten Denken, weiß ich was Teile davon sind.
Was mir aber auch klar geworden ist: Das Teil hat nicht oberste Priorität.
Es ist in Ordnung, sich ihm immer mal wieder zu widmen, in einer ruhigen Minute oder wenn es unkontrolliert über mich drüber rollen will, aber ansonsten ist es nur ein Knäuel, das nicht zu einem vorgeschriebenem Termin entwirrt und sortiert sein muss.
Und just in diesem Moment hat sich von ganz allein ein weiterer Knoten gelöst.
Ich fühl mich, als würd ich beim Meditieren gerade das Schweben anfangen. Es gibt alles Sinn :)
In diesem Sinne ein entspanntes Gute-Nacht-Welt von einer Sadie, die einen Schritt näher an der Erleuchtung ist *griiiins*
.*grmpf* Habsch Näschen voll von Stimmungskram. Obenuntenvornehintenrechtslinksmitteganzwoandersundüberalldazwischen
Zeit für einen Selbstversuch!
Alles gut bis kurz vor Mittagspause, wo dann ohne Grund die Welt zusammenkrachte. Nu is sie wieder heile und strahlt einigermaßen. Also bitte, wer soll da bitte hinterherkommen?!
Wenn man mich alle halbe Stunde fragen würde "Naaaaa Sadie, wie is die Lage" dann antworte ich alle halbe Stunde was andres.
Ende, aus Micky Maus, nu werden andre Saiten aufgezogen!
Wär ja wohl gelacht!!!
Ich muss grad über mich selber lachen *kicher* Und prompt fällt mir ein:
"Kommt'n Pferd zum Arzt..............." *umfall*
Es ist nicht alles Gold was glänzt...
Das entdeckt man früher oder später meistens.
Man hält etwas in den Händen und kratzt ein bisschen an der Oberfläche. Mal bewusst, mal unbewusst...
Oder die Oberfläche nutzt sich im Laufe der Zeit von allein ab.
Was dann zum Vorschein kommt, ist immer eine Überraschung. Entweder ist es noch viel wertvoller als Gold... oder man stellt fest, dass man pseudogoldenen Müll in der Hand hält...
Anfangs glänzt so vieles.
Schade, dass nichts für ewig ist...
Warum zum Teufel muss ich auch immer kratzen?! Wo doch Illusionen so was Feines sein können...
Ich habe keine Ahnung, was da gerade in mir ist...
Eine Mischung aus tiefer Zufriedenheit über den Abend und noch immer die altbekannte Sehnsucht. Und noch irgendwas anderes, was sich nich definieren lässt. Alles in allem aber komm ich klar.
Morgen früh geht es - wenn es denn endlich klappt - mal wieder zur Ponylady. Ich muss mal raus hier.
Die Gedanken an mein Auto und alles, was mit Geld zu tun hat, schieb ich zur Seite.
Es ist der 6. und ich habe jetzt schon keine Ahnung, wie ich diesem Monat mit all den unvorhergesehen Ausgaben durchkommen soll.
Aber was solls, solange die Viecher was zu futtern haben, ist alles gut. Irgendwie wirds schon gehen.
*lach* ich überlege gerade, ob diese Ausgeglichenheit irgendwas mit rotem Met zu tun hat... Maybe, aber sei's drum. Selbst wenn die Welt morgen wieder nich so dolle aussehen sollte, hab ich den Abend prima überstanden. Und man gönnt sich ja sonst nix.
Ich überlege grade, ob ich nicht mal wieder dieses wunderbare Büchlein benutzen sollte, dass Herr H. mir damals in der Münster'schen nahegelegt hat. Den Tag einfach mal wieder ohne Bewertung Revue passieren lassen.. und gleichzeitig ne kleine Gedankenstütze haben.
Schaden kanns nicht - nur nach kurzer Zeit bin ich immer wieder zu faul dazu.
Mit dem Tag heute bin ich im Großen und Ganzen (ja eine Bewertung) recht zufrieden.
Er war trotz allem gestern recht entspannt und ich war furchtbar fleißig. Zwar nicht im Haushalt, wie ich es eigentlich vorhatte, aber ich habe anderweitig Berge an Arbeit abgetragen, was mal wieder dringend nötig war, weil es in den letzten Tagen ein wenig kurz kam.
Hihi na guuuut, ich bin dann irgendwann eingepennt und hab nicht mehr eingekauft, sprich ich hab nur noch Tabakkrümel, keinen Toast mehr und nur noch eine Scheibe Käse, aber morgen ist auch noch ein Tag.
Merkwürdig das alles... ganz ganz merkwürdig. Ich trau dem Frieden nicht. Schon gar nicht nach gestern. Aber vielleicht ist genau das mein Problem...
Die Vergangenheit lauert überall.... sogar bei KiK, wenn man nur auf der Suche nach irgendwelchem unnützen Kleinkram ist.
Meine Mutter kam mit der recht jungen Fillialleiterin ins Gespräch, weil sie sich von einer Feier der Freundin meiner Mutter kannten...
Und ich, ich schaute sie die ganze Zeit an und überlegte, woher ich sie bloß kenne.
Als sie sagte, sie heißt Nadine, sprach ich sie dann an...
"Kann das sein, dass wir uns vom R.-Gymnasium kennen?"
- "Jaaa, stimmt... ich überlege auch schon die ganze Zeit..."
Es stellte sich raus, dass sie jene Nadine war, die in der Oberstufe ein Jahr unter mir war. Wir saßen außerdem zusammen im Spanisch-Kurs.
Und so erinnerten wir uns gemeinsam an damals, eine schwere, aber gute Zeit.
Es tat nicht weh, nur eine gewisse Melancholie regte sich.
Aber Melancholie ist nichts schlimmes. Es ist ein sehr leises und feines Gefühl...
Wir sprachen auch über Frau M. und Frau A.-S., die wohl tollsten Lehrerinnen, die das Kollegium damals zu bieten hatte.
Diese beiden wunderbaren Menschen, die mich auf den Weg führten, den ich noch immer gehe. Ich hatte mich damals verlaufen.
Frau M. brachte mir bei, Worte für mich zu finden und sie aufzuschreiben. Und als ich schreiben konnte, brachte sie mir bei, wie man sie spricht.
Sie hat mir so sehr geholfen bei dem Start...
Und dann, als sie weg war, da kam Frau A.-S.
Schreiben und sprechen konnte ich nun. Aber der Rest des Lebens war mir unheimlich. Ich wusste nicht, wo vorne und hinten ist und fiel in alle erdenklichen Löcher in meiner Nähe. Es war eine Zeit, in der ich mich am liebsten in andere Welten gewünscht hätte. Die vergangenen Jahre hatten mich zu etwas gemacht, was nicht mehr erkennen ließ, was es eigentlich mal war.
Sie zeigte mir, dass auch diese Welt eine schöne ist und wieviel positives das Leben für einen Menschen bereithält... Sie teilte Hesse mit mir. Und Laotse. Und 2Raumwohnung... und die 3 Fragezeichen und noch so vieles mehr.
Sie war eigentlich immer fröhlich. Das faszinierte mich. Sie hat mir viel von sich gezeigt und gegeben.
Aber sie hat mir auch gezeigt, wo Grenzen sind. Dann war sie nicht fröhlich sondern sehr bestimmt. Wir stritten uns regelmäßig per Mail. Irgendwann meinte sie mal, wir wären "Meister im gegenseitigem Anblaffen" *schmunzel*
Ich hab diese Mischung aus Fröhlichkeit, Bestimmtheit und Blaffen, wenn etwas nicht passte, so sehr gebraucht... als Starthilfe für den Weg... und die Shoppingtouren und das Kaffeetrinken...
Schon einige Jahre ist das her und lange Zeit schon gehe ich meinen Weg nun ohne die beiden.
Manchmal macht mich das traurig. Ich hab mich sehr verändert so sehr entwickelt. Ich bin gewachsen und habe vieles gemeistert...
Ich wünsche mir oft, ich könnte ihnen das zeigen...
Aus dieser Zeit gibt es zwei Postkarten... auf der einen steht "Don't cry 'cause it's over - just smile 'cause it happened" und auf der anderen
"Ich weiß nicht, wohin mein Weg mich führt, aber ich weiß, wer mir half dorthin zu kommen..."
Ich werde sie nie vergessen und die Dankbarkeit, die ich empfinde, wird immer in mir sein. Sie haben mir gezeigt, dass es Licht gibt, dem ich folgen kann.
Und wer weiß, vielleicht habe ich irgendwann einmal die Möglichkeit, ihnen all das zu sagen...
Nachdem ich nun also festgestellt habe, dass mein gegenwärtiger Weltuntergang hormonell bedingt ist, weiß ich nicht so ganz, was ich mit dieser Erkenntnis anfangen soll.
Gut ist: es ist dann meist nur halb so dramatisch, wie es sich anfühlt
Schlecht ist: es fühlt sich ziemlich dramatisch an und man steht dem relativ machtlos gegenüber.
Einfach abwarten. Und das, wo ich ein so ungeduldiger Mensch bin.
Und weiter: warum gibt es eigentlich nur hormonell bedingte Weltuntergänge. Warum keine Juhus, die sich noch juhuhiger anfühlen als sie sind?
Irgendwer hat bei der Ausarbeitung dieser Dinge geschlampt. Aber gewaltig!
Wenn ich den erwische!!!
Oder tick nur ich so?!
Wie auch immer, ich warte also geduldig (*grins*) auf Montag und Donnerstag und Sonntag.
Ponylady, Mirabeau und die andren zwei. Dann kommt Juhu, so oder so ;)